Anthroposophie und Musik


Gründung einer Arbeitsgruppe

Wer Interesse hat,

  • anthroposophische Begriffe im Musikalischen zu erforschen
  • musikalische Phänomene von Grund auf zu begreifen
  • meditativ an einzelnen musikalischen Elementen zu arbeiten

sei herzlich eingeladen, sich unter 0441-99866566 bei uns zu melden. Ansprechpartner: Eckart M. Seeck


Was ist Anthroposophie?

Anthroposophie ist eine Wortschöpfung des Lebens- und Sozialreformers Rudolf Steiner ( 1861-1925 ), der als Gründer und Initiator ( Waldorfschulbewegung, biologisch-dynamische Landwirtschaft, anthroposophisch erweiterte Medizin u.v.m. ) in zahlreiche Lebensbereiche hineinwirkte. Als Voraussetzung hierfür sah er die unermüdliche Arbeit an den Erkenntnisgrundlagen unseres Welt- und Menschenverständnisses und regte durch seine immense Vortragstätigkeit und schriftstellerische Publikationen einen stetig wachsenden Kreis von Menschen an, diesen Weg - der immer auch ein Weg der Selbsterkenntnis sein sollte - zu gehen. Bei aller Nähe zu erkenntnistheoretischen Fragen handelt es sich bei der Anthroposophie heute weder um eine philosophische Schule noch um eine neue Religion, sondern um eine Lebenspraxis, die die geistigen Grundlagen der Welt zu erforschen sucht. Was dies konkret bedeutet, kann individuell sehr unterschiedlich verlaufen. Das Studium der von Steiner vorgelegten Schriften wird zwar als Beginn der von ihm angeregten Selbsterziehungs- und Meditationspraxis empfohlen, hat aber nicht den Zweck, allein dem Erwerb von Wissen zu dienen, sondern ein Sich-Einleben in die Realitäten der geistigen Welt zu ermöglichen. Von diesen hat Steiner in nie dagewesenem Umfang Rechenschaft abgelegt - nicht aber, um einen Dogmenkatalog zu hinterlassen, sondern um möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, sich auf der Basis eines eigenständigen, wachen und zeitgemäßen Denkens selbst in Erkenntnisbereiche aufzuschwingen, die bisher nur einer kleinen Zahl von Inspirierten vorbehalten war. Mit Vehemenz trat Steiner - auch angesichts der sozialen Probleme seiner und zukünftiger Zeiten - dafür ein, anthroposophische Geisteswissenschaft als menschheitliche Aufgabe aufzufassen und zu praktizieren. So ist im Begriff der Anthroposophie als "Weisheit vom Menschen" immer mit enthalten der kosmisch-religiös-spirituelle Bezug des Menschen so wie auch die soziale Bedeutung dieses erweiterten Menschenbildes.


Anthroposophie und Musik - Musik und Anthroposophie

Vielfältig sind die Lebensbereiche, in denen Rudolf Steiner als Impulsgeber, Inspirator und Initiator von Bedeutung war: noch heute sind Schulen und Bibliotheken nach ihm benannt und sein Portrait ziert manche Wand. Was aber war sein Einfluss auf dem Felde der Musik? Wurde von ihm etwas ins Rollen gebracht, was erst nach seinem Tode Fahrt aufgenommen hat? Was ist ihm musikalisch zu verdanken? Inwiefern wäre die heutige musikalische Welt eine andere ohne ihn? An welchen musikalischen Stätten gedenkt man seiner?

Wo wächst die Anthroposophie der klassischen Musik entgegen?
Wo ist die klassische Musik im Aufbruch, sich der Anthroposophie anzunähern?


Hier finden Sie Artikel, die sich punktuell mit diesen Fragen beschäftigen.


Die "kleine Zahl von Inspirierten", von der im Text "Was ist Anthroposophie" die Rede war, hat in der Welt der klassischen Musik ein Pendant. Auch hier haben einige wenige Meister der Vergangenheit einen überproportional großen Einfluss; auch hier handelt es sich um Einflussgeber, die noch über Jahrhunderte durch ihre Überlieferung wirken und die kaum einer je wirklich gekannt hat, zumal die Erinnerung an ihr reales Leben gegenüber ihrem wachsenden Erbe stetig verblasst.

Stichwort: Klassische Musik und große Meister

Die Wirkenszeit von Rudolf Steiner fällt in eine Phase, in der das Gedächtnis an die großen Meister durchaus vorhanden und die Aufrechterhaltung des musikalischen Erbes nach dem Tode von Brahms, Bruckner und Wagner noch prägend war, aber bereits eine neue Epoche eingeleitet wurde, die sich gerade darin zu charakterisieren begann, dass die musikalisch neuen Wege nicht mehr Fortsetzungen des Alten sein, sondern sogar dort erst beginnen sollten, wo das Terrain gänzlich unerforscht und bisweilen sogar abweisend und unwirtlich erschien. In dieser Zeit leistete Rudolf Steiner die Aufbauarbeit für die Eurythmie.

Stichwort: neue klassische Musik und Eurythmie



Die Meditationswege, die Steiner lehrte, beinhalten nicht nur eine im Verborgenen stattfindende Arbeit an geistigen Inhalten, sondern auch die mannigfachsten Anregungen, überhaupt ein Übender zu sein oder zu werden. Neben der vorbereitenden und begleitenden Beschäftigung mit den weitgespannten Wissensfeldern der Anthroposophie und der Trainierung eines alltagstauglichen Denkens bietet sich hier gerade dem Musiker, der seinen künstlerischen Weg ohnehin schon als Schulungsweg begreift, noch ein immenser Schatz an zusätzlichen Anregungen und Erfahrungsmöglichkeiten.

Stichwort: Klassische Musik und Meditation

Anthroposophie muss erarbeitet werden, um fruchtbar sein zu können. Das allmähliche  Verstehen und die praktische Annäherung an das, was Steiner zu sagen hatte, geschieht langsamer als die meisten unserer landläufigen Lernprozesse und kann insofern von demjenigen besser nachvollzogen werden, der weiß, wie langwierig etwa das Erlernen eines Musikinstrumentes, dann der Aufbau des Repertoires sein kann; wie groß der auch zeitlich festzustellende Abstand zwischen dem fehlerfreien Abspielen und dem wirklichen Durchleben einer Komposition ist - und dass selbst großer Fleiß keine Garantie ist, das zu finden, was einen wahren Künstler ausmacht.

Stichwort: Klassische Musik als Schulungsweg



Rudolf Steiner appellierte zeitlebens an die anthroposophische Bewegung, so lebensnah wie möglich und nur so esoterisch wie nötig zu sein. Musikalisches Künstlertum - gerade, wo es sich schöpferisch auslebt - kann auch heute darin eine Aufforderung sehen, einen Weg zwischen Avantgarde und Wirksamkeit einzuschlagen.

Stichwort: Die Mission der klassischen Musik


Musikalisches Bewusstsein ist ein hohes Gut, das noch seltener anzutreffen ist als reine Musikalität. Musik kann - und insbesondere konnte sie in der Vergangenheit - auch dann richtig und gut ausgeübt werden, wenn ein musikalischer Instinkt mit einer gesunden körperlichen Konstitution zusammenkam. Wir - die oldenburger schule für klassische musik - sind der Überzeugung, dass heutzutage ein ernsthaft Musik Studierender herangeführt werden muss an die Schwelle der musikalisch-geistigen Welt, die eben dort zu finden ist, wo der Schüler sich in die eigene Freiheit wagt, um sich der Musik hinzugeben. In seiner Art, die geistige Welt zu beschreiben und mit immer neuen Formulierungen dazu anzuregen, ihr dereinst nicht unvorbereitet gegenüberzustehen, gibt Rudolf Steiner auch dem Musik Lehrenden, dem es um die musikalisch-geistige Welt geht, ein leuchtendes Vorbild - auch wenn die musikalisch-geistige Welt nicht identisch ist mit der geistigen Welt im anthroposophischen Sinne.

Stichwort: Musikalisches Bewusstsein


Eine goldene Regel des Musizierens: Sei niemals bescheiden, aber immer ehrfürchtig. [ noch auszuführen ]

Stichwort: Klassische Musik und Waldorfpädagogik