Simone Kermes in der Glocke

Was uns in Berlin die Philharmonie war, das ist uns jetzt die Glocke in Bremen - ein Konzertsaal von überregionalem Ruf, der uns immer mal wieder lockt, namhafte Sänger, Pianisten, Dirigenten und Orchester zu erleben. Die Anfahrtsdauer ist auch die gleiche geblieben. So erlebten wir also ein Abendprogramm mit der Sopranistin Simone Kermes, einem italienischen Kammerorchester, das auf Alte Musik spezialisiert ist - und zwei Tänzern, die im Programmheft zwar aufgeführt sind, auch reichlich zu tun hatten, aber deren Beteiligung doch überraschte, denn  bis zum Konzertbeginn hatte für uns nichts darauf hingewiesen, dass es sich um ein szenisches Konzert handeln würde.

Das Programm bestand aus sehr viel - zumeist italienischen, vereinzelt auch französischen und spanischen - Arien und Orchesterstücken in d-moll und g-moll, aber auch F-Dur war dabei: will sagen, eine kleine Schwäche rein barocker oder vor-barocker Programme wird immer sein, dass die Vielfalt an tonartlichen Farben begrenzt ist, und ähnliche Tonarten auch zu ähnlichen kompositorischen Ausdruckswerten führen. Aber auf einer anderen Ebene war ja für Abwechslung gesorgt. So spannte sich ein Handlungsbogen vom Anfang ( Werben zweier Tänzer um die Hand einer Sängerin mit allen Verwicklungen ) bis zum Ende ( Purcell, Didos Klage ).

Simone Kermes ist eine Sängerin, die gestalterisch manchmal mehr will, als die Stimme freiwillig gibt, was dazu führt, dass einige Arien durchsetzt waren mit Unzulänglichkeiten in der Intonation besonders der Mittellage. Die temperamentvolleren, gewissermaßen aus einer Wut-Energie genommenen Stücke waren durchweg im Ausdruck überzeugend und auch technisch perfekt. Das Orchester spielte sehr engagiert und tadellos. Am Ende gab es Blumen für alle Beteiligten und noch einige ( zahlreiche ) Worte der Sängerin an das Publikum, u.a. weil die CD, die mit dem Abend promotet werden sollte, noch nicht ausgeliefert wurde.

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